Geschichten

Bei der Beerdigung eines jungen Mädchens

Im Sarg, neben dem Körper des Mädchens, waren große, runde Steine gedrängt, einige noch feucht, als wären sie aus einem Bach genommen. Ihre Beine waren mit einem weißen Tuch bedeckt, das mit alten rumänischen Motiven bestickt war, aber jemand hatte es mit Schlamm beschmutzt.

Ein unruhiges Murmeln ging durch die Menge. Ein alter Mann aus dem Dorf, gestützt auf seinen Stock, flüsterte:
— Das ist kein gutes Zeichen… In den alten Dörfern, wenn Steine neben den Toten gelegt wurden, war es, damit sie nicht zurückkehren.

Die Mutter des Mädchens blieb regungslos, aber ihre Augen brannten. Sie beugte sich über den Körper ihrer Tochter und richtete ihr Haar, während sie ihr etwas Unverständliches zuflüsterte. Einige sagten, es sei ein Gebet, andere — ein Fluch.

Der Priester, aufgewühlt, versuchte, seine Stimme zurückzugewinnen:
— Brüder, lasst uns nicht vergessen, dass wir im Haus des Herrn sind…

Aber ein kalter Wind zog zwischen den Kreuzen hindurch und ließ alle ihre Kleider eng an den Körper ziehen. Die Bäume knarrten, als ob etwas Unsichtbares zwischen ihnen hindurchging.

Einer der Männer, der den Deckel angehoben hatte, fasste Mut:
— Dame, wissen Sie, wer das getan hat?

Die Mutter erhob sich und blickte über die Menge. Dann sagte sie mit klarer Stimme:
— Ich weiß. Und ich werde nicht gehen, bis es auch alle wissen.

Die Menschen begannen, sich gegenseitig Zeichen zu geben. Einige schienen verängstigt, andere wütend. In den rumänischen Dörfern bringt der Tod junger Menschen immer Fragen mit sich. Und wenn die Zeichen nicht klar sind, beginnen die Alten, Antworten in den Geschichten der Vergangenheit zu suchen.

Eine alte Frau, bekannt für ihre Heilmittel und Geschichten, trat vor:
— Diese Steine… sind nicht zufällig vom Fluss gebracht worden. Jemand wollte die Seele des Mädchens binden. Damit sie nicht ins Licht geht.

Einige Menschen machten das Kreuz, andere schüttelten ungläubig den Kopf. Aber die drückende Stille hielt alle an ihrem Platz.

Die Mutter des Mädchens holte ein altes Taschentuch aus ihrer schwarzen Tasche, das von der Großmutter des Mädchens gewebt worden war, und begann, den Schlamm vom Tuch zu wischen. Jede Bewegung schien eine Geste der Herausforderung zu sein, als würde sie nicht nur den Schmutz, sondern auch das Böse, das getan wurde, abwischen.

— Jemand wollte ihren Weg versperren, — sagte sie. — Aber das wird nicht gelingen.

Dann wandte sie sich an den Priester:
— Vater, bitte, segnen Sie alles noch einmal. Sowohl den Körper als auch den Sarg.

Der Priester seufzte tief, nahm aber das Kreuz und begann, kraftvolle Gebete zu sprechen. Der Weihrauch stieg langsam auf und umhüllte den Sarg. Der Wind hielt für einige Augenblicke an, als ob er lauschte.

Die acht Männer versuchten erneut, den Sarg zu heben. Diesmal, zur Überraschung aller, konnten sie ihn mühelos heben. Die Steine waren verschwunden, als wären sie nie da gewesen.

Die Menge war sprachlos. Einige sagten, es sei der Wille des Herrn gewesen, andere, dass die Mutter des Mädchens wusste, was sie tat. Aber niemand wagte es, einen Kommentar abzugeben.

Der Sarg wurde in die Erde gesenkt, und die Mutter, mit tränenüberströmten Augen, warf eine Handvoll Erde darüber und flüsterte:
— Geh ins Licht, mein Kind… niemand kann dich mehr aufhalten.

Und dann durchbrach ein einzelner Sonnenstrahl die dichten Wolken und erleuchtete das Grab. Die Menschen gingen nacheinander, aber die Geschichte dieser Beerdigung würde noch lange im Gedächtnis des Dorfes bleiben, erzählt an den Toren, bei den Zusammenkünften und in den langen Winterabenden, als eine Warnung, dass das Böse manchmal sogar unter den Lebenden verborgen ist.

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