Geschichten

Pilze sammeln, um von einer kleinen Rente zu überleben

An den feuchten Wänden des Bunkers hingen Regale mit staubigen Gläsern, und neben ihnen lagen in ordentlichen Stapeln alte Säcke mit Mehl, Zucker und Konserven aus der Zeit von Ceaușescu. Es schien ein Notlager aus der Zeit des Kalten Krieges zu sein, aber das war nicht das, was mich wirklich erschreckte.

In der Ecke des schwach beleuchteten Raumes, wo ein Lichtstrahl durch den Riss fiel, in den ich gefallen war, sah ich etwas, das dort nicht sein sollte: eine alte Puppe, mit herausgerissenen Augen und ausgezupften Haaren, die auf einem kleinen Holzstuhl saß, wie in einem Kinderzimmer. An der Rückwand waren mit Kohle seltsame Symbole gezeichnet, und in der Luft lag ein muffiger Geruch von Schimmel und etwas… schwerer zu definieren.

Mein Herz schlug heftig. Ich wollte schreien, aber ich hielt den Atem an. Ich machte ein paar Schritte, versuchte zu verstehen, wo ich war. Neben der Puppe, auf einem Tischchen, stand ein altes, abgewetztes Bildnis der Jungfrau Maria. Jemand hatte einst eine Kerze aus Talg angezündet – die Spuren waren noch sichtbar.

Dann hörte ich… Schritte.

Ich weiß nicht, ob sie real waren oder ob mein Herz so laut schlug, dass ich Halluzinationen hatte, aber die Schritte schienen aus einem seitlichen Tunnel zu kommen. Ich suchte mit meinem Blick nach einem Ausgang, aber es war klar, dass die einzige Möglichkeit war, wieder dort hochzuklettern, wo ich gefallen war. Doch ich sah die Öffnung nicht mehr. Sie schloss sich langsam, wie ein Deckel, den jemand von oben zuzog.

Ich rannte zur Wand, von der ich glaubte, dass sie der Eingang war, und begann, mit meinen Händen daran zu kratzen. Meine Nägel brachen, aber ich war von einem tierischen Panikgefühl ergriffen. Ich wollte hinaus. Frische Luft atmen. Steinpilze am Bahnhof verkaufen. Nie wieder von der Wohnung hören.

Dann ertönte aus der Dunkelheit eine tiefe, heisere Stimme:

— Du bist rechtzeitig gekommen, Vera… Die Zeit ist gekommen.

Ich erstarrte. Mein Name? Wer war da?

Aus dem Schatten trat eine gebeugte Gestalt mit einer Laterne in der Hand hervor. Ihr Gesicht war von tiefen Falten durchzogen, und die Augen… waren die meines Mannes. Tot seit elf Jahren.

— Du bist nicht real… — flüsterte ich.

Er lächelte. Ein trauriges Lächeln.

— Ich bin nicht gestorben, Vera. Ich war hier. Das ist mein Haus. Unseres. Und dann… du weißt, warum du hierher gebracht wurdest.

Da verstand ich. Die Symbole. Die Puppe. Die Warnungen, die ich jahrelang geträumt hatte. Es war kein Zufall gewesen.

Alles hatte mit meiner Familie zu tun. Mit den vergangenen Sünden, mit den Geheimnissen, die ich verborgen hatte, und mit dem Fluch, den eine Frau, die ich aus dem Dorf vertrieben hatte, einst ausgesprochen hatte…

Aber ich hatte nicht vor, mich geschlagen zu geben. Nicht nach allem, was ich durchgemacht hatte.

Ich stand auf, sah ihm direkt in die Augen und sagte:

— Wenn du stark genug warst, hier zu überleben, kann ich es auch. Aber ich werde nicht bleiben. Ich gehöre dir nicht. Ich gehöre niemandem.

Und dann erlosch das Licht. Und als ich meine Augen wieder öffnete, war ich im Wald. Auf dem Rücken liegend, mit dem Korb voller Steinpilze neben mir.

Vielleicht war es nur ein Traum… oder vielleicht auch nicht.

Aber als ich nach Hause kam, stand die Puppe auf dem Küchentisch. Die gleiche. Mit leeren Augen und einem schiefen Lächeln.

Da wusste ich: nichts wird mehr wie zuvor sein.

Dieses Werk ist inspiriert von realen Ereignissen und Personen, wurde jedoch zu kreativen Zwecken fiktionalisiert. Namen, Charaktere und Details wurden geändert, um die Privatsphäre zu schützen und die Erzählung zu verbessern. Jede Ähnlichkeit mit realen Personen, lebendig oder tot, oder mit realen Ereignissen ist rein zufällig und nicht beabsichtigt vom Autor.

Der Autor und der Herausgeber übernehmen keine Verantwortung für die Genauigkeit der Ereignisse oder für die Art und Weise, wie die Charaktere dargestellt werden, und sind nicht verantwortlich für mögliche Fehlinterpretationen. Diese Geschichte wird „wie sie ist“ angeboten, und alle geäußerten Meinungen gehören den Charakteren und spiegeln nicht die Ansichten des Autors oder des Herausgebers wider.

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