Geschichten

15 Kinder verschwanden auf einem Schulausflug im Jahr 1986

Die Nachricht verbreitete sich in wenigen Stunden wie ein Lauffeuer. Die ganze Stadt — gealtert, aber mit noch lebenden Wunden — ging still zum Ort der Entdeckung. Unter ihnen waren Eltern, die ihre Kinder nie beerdigt hatten, sondern nur auf sie gewartet hatten. Mit ihrem Bild in der Tasche und brennenden Kerzen jedes Jahr.

Eine von ihnen war Frau Ana, jetzt mit grauem Haar und einem Stock. Sie war die Mutter von Andrei, dem Jungen aus der zweiten Bank. Sie schaute auf den rostigen Bus mit Tränen, die ihr über die Wangen liefen, murmelte die gleichen Worte, die sie in den letzten 39 Jahren jeden Morgen gesagt hatte:

– „Mama hat auf dich gewartet, mein Lieber…”

Die Ermittler versiegelten sofort den Bereich, und die Spezialisten begannen, jedes Detail zu untersuchen. Aber was folgte, war noch seltsamer.

Im feuchten Boden, unter dem Bus, fanden sie eine Metallbox, eingewickelt in dicken Stoff. Darin ein Notizbuch — von Feuchtigkeit befleckt, aber lesbar. Es war das Tagebuch der Lehrerin Delaney.

Auf den ersten Seiten waren geplante Lektionen, Hausaufgaben. Aber dann… hastige Notizen, gebrochene Worte, zitternde Linien:

„Die Kinder sind müde… etwas stimmt nicht mit dem Weg…”
„Ich erkenne den Ort nicht. Es ist, als wären wir in eine andere Welt übergegangen.”
„Etwas verfolgt uns. Ich weiß nicht, ob ich es schaffe…”

Die Seiten endeten abrupt.

Ein Team von Geologen kam, um das Gelände zu untersuchen. Sie entdeckten, dass der Erdboden über einem sumpfigen Gebiet gebaut worden war, wo vor Jahren geglaubt wurde, dass alte Minengänge eingestürzt waren. Aber das erklärte nicht, warum der Bus nicht abgestürzt war, sondern perfekt erhalten blieb. Auch nicht, warum die Uhren im Inneren alle genau um 10:47 Uhr stehen geblieben waren.

Eine alte Einheimische, Tante Lucreția, sagte leise, während sie in die Ferne schaute:

– „Der Morning-See war nie nur ein See. Er ist verflucht. Was er nimmt, gibt er nicht zurück…”

Aber eines Tages, gerade als die Arbeiter die Ausrüstung einsammelten, näherte sich ein Junge dem ausgestellten Bus und blieb stehen. Er war etwa 10 Jahre alt, mit lockigem Haar und einem weißen Hemd mit Knöpfen. Er war nicht aus der Stadt. Niemand kannte ihn.

Er schaute Frau Ana an, lächelte leicht und sagte:

– „Sag Andrei, dass er mir vergeben hat.”

Dann verschwand er einfach zwischen den Bäumen.

Die Überwachungskamera erfasste ihn. Aber auf dem Video… erschien kein Kind. Nur ein Blatt, das langsam fiel, in einer Grabesruhe.

Einige sagen, es war eine Halluzination. Andere glauben, dass die Seelen der 15 Kinder dort gefangen sind, in einer Zeit, die nicht mehr vorwärts ging.

Aber für diejenigen, die ein Leben lang auf sie gewartet haben, war diese rostige Box alles, was sie bekamen. Ein Abschluss. Ein stiller Abschied. Und ein Grab ohne Kreuze.

Und auf der Tafel, die neben dem Entdeckungsort aufgestellt wurde, steht jetzt:

„Sie haben den See nie erreicht. Aber sie sind auf ihre Weise zurückgekehrt.”

Dieses Werk ist inspiriert von realen Ereignissen und Personen, wurde jedoch zu kreativen Zwecken fiktionalisiert. Namen, Charaktere und Details wurden geändert, um die Privatsphäre zu schützen und die Erzählung zu verbessern. Jede Ähnlichkeit mit realen Personen, lebend oder tot, oder mit realen Ereignissen ist rein zufällig und nicht beabsichtigt vom Autor.

Der Autor und der Herausgeber übernehmen keine Verantwortung für die Genauigkeit der Ereignisse oder für die Art und Weise, wie die Charaktere dargestellt werden, und sind nicht verantwortlich für mögliche Fehlinterpretationen. Diese Geschichte wird „wie sie ist” angeboten, und alle geäußerten Meinungen gehören den Charakteren und spiegeln nicht die Ansichten des Autors oder des Herausgebers wider.

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