Es gibt eine Behauptung im Internet, dass Krebs verhindert werden kann, wenn man bestimmte Arten von Früchten konsumiert.
Einer von fünf Menschen wird im Laufe seines Lebens an Krebs erkranken. Obwohl es derzeit zahlreiche Therapien gibt, um diese Krankheit zu bekämpfen, sterben Millionen von Menschen weiterhin an Krebs: Laut der WHO waren es allein im Jahr 2022 weltweit 10 Millionen.
Es gibt auch ständige Behauptungen, dass Krebs durch den Verzehr bestimmter Lebensmittel verhindert werden kann. Das Fact-Checking-Team hat eine dieser Behauptungen detailliert analysiert und die Rolle untersucht, die die Ernährung bei der Krebsprävention spielt.
Behauptung: Ein Nutzer des sozialen Netzwerks X behauptet, dass Krebs durch den Verzehr von zwei Arten von Früchten, Himbeeren und Feigen, verhindert werden kann. Er hat auch ein Video geteilt, das über drei Millionen Mal angesehen wurde.
Eine Studie zeigt, dass diese Behauptung falsch ist.
In dem Video behauptet Patrick Quillin, ein amerikanischer Autor und Ernährungswissenschaftler, dass schwarze Himbeeren ein echtes Heilmittel sind und vor Krebs schützen. Das veröffentlichte Video ist tatsächlich Teil einer Dokumentarserie mit dem Titel “Die Wahrheit über Krebs”. Unter anderem werden darin angebliche natürliche Heilmittel gegen Krebs präsentiert, während Pharmaunternehmen als geldgierig kritisiert werden.
Quillin behauptet, dass schwarze Himbeeren besonders reich an sogenannten Anthocyanen und Antioxidantien sind, die angeblich die Selbstzerstörung von Krebszellen fördern.
Töten schwarze Himbeeren Krebszellen?
Es gibt viele verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe in Früchten, Gemüse und Salaten, die gesund sind, erklärt Jutta Hibner, Professorin für integrative Onkologie an der Universität Jena in Deutschland, gegenüber DW. Dennoch ist es äußerst schwierig zu behaupten, dass bestimmte Arten von Lebensmitteln Krebs mit Sicherheit verhindern können.
Insbesondere gibt es einen Mangel an wissenschaftlichen Studien am Menschen. Studien, die ausschließlich im Labor durchgeführt werden und in denen beispielsweise bestimmte künstliche Konzentrationen von Inhaltsstoffen verwendet werden, sowie Tierversuche, zeigen, dass Himbeeren antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften haben, die Krebszellen zerstören können.
Aber diese Studien können nicht eins zu eins auf den menschlichen Körper übertragen werden, sagt Hibner.
Wir haben einen anderen Stoffwechsel und unterschiedliche Ausscheidungsprozesse, erklärt die deutsche Professorin und fügt hinzu, dass zunächst eine spezifische, verträgliche Dosis jedes aktiven Inhaltsstoffs gefunden werden muss. Darüber hinaus ist es sehr schwierig, geeignete Studien am Menschen durchzuführen.


